{"id":10796,"date":"2019-09-13T00:00:28","date_gmt":"2019-09-12T22:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=10796"},"modified":"2019-09-13T00:00:28","modified_gmt":"2019-09-12T22:00:28","slug":"autos-von-deutsche-wohnen-angezuendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=10796","title":{"rendered":"Autos von Deutsche Wohnen angez\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/09\/42388.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-10797\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/09\/42388-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Berlin<\/strong>, 13. September 2019<\/p>\n<blockquote><p>Diese Aktion verk\u00fcndet f\u00fcr uns: \u201eDeutsche Wohnen Enteignen\u201c!<\/p>\n<p>Vielen Dank an die Gef\u00e4hrt*innen, die sich so viel M\u00fche gemacht haben ausf\u00fchrlich zu erkl\u00e4ren, dass die Kampagne \u201eDeutsche-Wohnen-Enteignen\u201c, nicht nur scheitern wird, sondern niemals das Versprechen eingehalten h\u00e4tte, f\u00fcr welches sie sich den Kampfbegriff der Enteignung gestohlen hat (1).<\/p>\n<p>Den Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln und im Einverst\u00e4ndnis seiner Profiteur*innen schlagen, ist ein einleuchtendes Missverst\u00e4ndnis \u00fcber die herrschende Logik. Allein die Worte \u201eEntsch\u00e4digung\u201c oder \u201eR\u00fcckkauf\u201c beinhalten diese falsch verstandene Logik: Wir stehen weder auf der Seite des Staates noch auf jener der betrogenen B\u00fcrger*innenschaft.<!--more--> Diese Worte implizieren, dass \u201ewir\u201c etwas wieder bek\u00e4men, das, was uns zustehe, eine Wiedergutmachung ungerechter Besitzverh\u00e4ltnisse, die damit zu unseren Gunsten richtig ger\u00fcckt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wir stellen nochmal fest: Wir sind bekennende Feinde des Kapitalismus und waren niemals die Zielgruppe irgendeiner \u201elinken\u201c Stadtentwicklungskampagne von rot-rot oder rot-rot-gr\u00fcn. Und als diese Feinde, als die wir uns selber positionieren und als die wir behandelt werden, wollen wir auch agieren. Wir befinden uns deshalb nicht auf verlorenem Posten und m\u00fcssen auch keine neuen Analysen bereit stellen.<\/p>\n<p>Allein in den letzten 10 Jahren haben sich immer wieder Gruppen hin zu Bewegungen darauf berufen Eigentum als Diebstahl und sicheres Wohnen als Grundbed\u00fcrfnis zu deklarieren. Die Geschichte Berlins \u2013 mit seinen damals \u00fcber 100 besetzten H\u00e4usern und den diversen Bewohner*innenschaften, mit gut besuchten Autonomen Vollversammlungen und all den neuen und alten Menschen, die ihren Alltag auf Nachbarschaftsvernetzung ausrichten, im Nordkiez oder Wrangelkiez \u2013 bleibt auch ohne Pathos ein Ort, an dem jene Grunds\u00e4tze eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ausstrahlen.<\/p>\n<p>Das Ziel der St\u00fcrmung des Tempelhofer Feldes oder die, f\u00fcr wenige Jahre, regelm\u00e4\u00dfigen Blockaden von Hauseing\u00e4ngen gegen das Eindringen von Gerichtsvollzieher*innen, waren Momente der Organisierung von unten, die wir bis heute vertreten und weiter f\u00fchren.<\/p>\n<p>Geht das nicht alles zusammen? Die Deutsche Wohnen Kampagne, autonome Kleingruppen, Demos, Mieter*innenberatung, Baugruppe und Besetzung? K\u00f6nnen die Mittel nicht ausscheren, wenn das Ziel, die Abschaffung des Kapitalismus und damit die Ware Wohnraum, das gleiche bleibt? Dem w\u00fcrden wir zustimmen. Nur leider kommen wir nicht zu dem Schluss, dass all jene ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wie sollen wir daran glauben, wenn die, die neben uns auf der Demo laufen, ihr WG-Zimmer gekauft haben, auch wenn sie nicht allein \u00fcber diesen Besitz entscheiden k\u00f6nnen? Wie sollen wir daran glauben, wenn gemeinsam mit Florian Schmidt (Baustadtrat, Die Gr\u00fcnen) dar\u00fcber gesprochen wird, wie \u201ewir\u201c Mieter*innen retten k\u00f6nnen? Wie sollen wir daran glauben, wenn sich das Filou von dem Angriff auf jenes Restaurant distanzierte, deren Besitzer*innen sie wiederum raus schmei\u00dfen wollten, um mehr Profit mit dem Laden zu machen?<\/p>\n<p>Dies leuchtet uns nicht ein und wir werden dabei bleiben, den ganzen Kuchen zu fordern ohne uns beirren zu lassen von anteilnehmenden Politiker*innen oder der Frage um die Legitimit\u00e4t von Gewalt. Organisationen wie die IL w\u00fcrden darauf vermutlich antworten: \u201eNur mit kleinen und manchmal reformistischen Schritten kommen wir voran und es geht darum, die Masse zu \u00fcberzeugen, statt isoliert die eigene Radikalit\u00e4t zu demonstrieren.\u201c Wir antworten darauf, dass wir Vertrauen in die Leute haben, dass sie erkennen, wann sie verarscht werden und erkennen, dass es einige Seelen in dieser Stadt gibt, die sich aus guten Gr\u00fcnden f\u00fcr den Kampf entschieden haben, mit all seinen Konsequenzen: f\u00fcr einen Kampf, der Gewalt beinhaltet, weil wir daran glauben, dass erst die Zerst\u00f6rung und \u201eillegale\u201c Aneignung des Eigentum(-verh\u00e4ltnisse)s den Raum schaffen wird unsere Freiheit auszuleben. Offensichtlich ist nicht bei allen Aktiven die Ablehnung des Kapitalismus damit verbunden, diesen zu zerst\u00f6ren. Gruppen wie in oben genanntem Text die IL, aber auch Bizim Kiez oder Kotti und Co hegen nicht nur die Hoffnung auf ein Einlenken der Politik, nein, sie sind auch bereit Teil dieser Politik zu sein und mit ihr gemeinsam an einem befriedeten Stadtbild zu arbeiten, an einem weniger offensichtlichen Kapitalismus.<\/p>\n<p>Das verhindert in unseren Augen nicht nur die Radikalisierung der K\u00e4mpfe um Wohnraum, diese Einstellung verdreht die Ursachen der Probleme und verordnetet die Schuldigen in profitorientierten Unternehmen (welche sind es nicht?), schleppenden Neubau-Genehmigungen und in gute versus schlechte Vermieter*innen (DW versus st\u00e4dtische Wohnungsunternehmen).<\/p>\n<p>Die Mietenwahnsinnsdemo zeigt, auch ohne Parteien und Gro\u00dfgruppen-Werbung geht eine Masse auf die Stra\u00dfe, die sich angesprochen f\u00fchlt. Wir sind logischerweise nicht mit jenen Tausenden dabei die Stadt auseinander zu nehmen. Wir glauben aber, dass es unter einigen von ihnen eine klammheimliche Freude gibt, wenn ein Parkplatz von Deutsche Wohnen entdeckt wurde oder das B\u00fcro samt Fuhrpark vor der T\u00fcr zum Angriffsziel wird.<\/p>\n<p>Warum beziehen sich so radikale Gruppen, die nach Enteignung rufen nicht auf jene Aktionen auch wenn sie selbst anders agieren? Aus Angst ihre Anschlussf\u00e4higkeit zu verlieren? Ihre Basis? Ihr Image radikal aber zivil und ungehorsam? Oder weil ihr Glauben in den Parlamentarismus und damit in die Gesetze diese Mittel verurteilen muss? Menschen mit falschen Versprechungen (von Enteignung) zu \u00fcberzeugen, die ebenfalls nicht gemeinsam sondern auf szenetypischen Plena ausgearbeitet wurden, ist f\u00fcr uns keine Massenbewegung von unten.<\/p>\n<p>Wir wollen niemanden an die Hand nehmen zum Unterschriftentisch, sondern wollen Leuten zeigen, dass au\u00dferhalb der Gesetze zu k\u00e4mpfen, die einzige Form in dieser Gesellschaft sein kann, frei zu entscheiden.<\/p>\n<p>Tu Mal Wat! sagten wir uns und geben dieses Motto weiter. Wir sind daher in der Nacht vom 12. auf den 13.09. in Berlin losgezogen und haben drei Autos des DW-Konzerns abgefackelt. Die Autos sind an den B-DW Kennzeichen zu erkennen, VW Polo.<\/p>\n<p>Wir freuen uns \u00fcber die Initiative der Tage vom 26.-29. September. Erfreulicherweise wird damit kein Sommerloch beendet, schlie\u00dflich ist bundesweit einiges passiert in den warmen N\u00e4chten 2019: antimilitaristisch, feministisch, antifaschistisch und unverholen gegen die Stadt der Reichen!<\/p>\n<p>AG<\/p>\n<p>(1) \u201eDW ENTEIGNEN KRITIK, Neues sozialrevolution\u00e4res Stadtentwicklungsprogramm \u2013 nicht nur f\u00fcr Berlin, Mietkampf &amp; Anarchie 2019\u201c, in: Interim September 2019.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/37484\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 13. September 2019 Diese Aktion verk\u00fcndet f\u00fcr uns: \u201eDeutsche Wohnen Enteignen\u201c! Vielen Dank an die Gef\u00e4hrt*innen, die sich so viel M\u00fche gemacht haben ausf\u00fchrlich zu erkl\u00e4ren, dass die Kampagne \u201eDeutsche-Wohnen-Enteignen\u201c, nicht nur scheitern wird, sondern niemals das Versprechen eingehalten h\u00e4tte, f\u00fcr welches sie sich den Kampfbegriff der Enteignung gestohlen hat (1). Den Kapitalismus mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[24],"class_list":["post-10796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-berlin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10796\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}