{"id":10739,"date":"2019-09-02T00:00:47","date_gmt":"2019-09-01T22:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=10739"},"modified":"2019-09-02T00:00:47","modified_gmt":"2019-09-01T22:00:47","slug":"acht-vonovia-transporter-beschaedigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=10739","title":{"rendered":"Acht Vonovia-Transporter besch\u00e4digt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong>, 2. September 2019<\/p>\n<blockquote><p>Vonovia \u2013 Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Immobilienkonzern<\/p>\n<p>Eigentum: 400.000 Wohnungen<br \/>\nGewinn 2017: 920,8 Millionen Euro<br \/>\nGewinn 2018: 1,07 MilliardenEuro<br \/>\nDurchschnittliche Kaltmiete: 6,52 \u20ac\/m\u00b2<!--more--><br \/>\nMietsteigerung 2019: 4,4%<br \/>\nMietsteigerung 2020: 4,4%<\/p>\n<p>Vonovia ist ein b\u00f6rsennotierter Konzern mit Verbindungen in die Politik. Vonovia ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie sowohl die Wirtschaft als auch die M\u00e4chtigen, die uns regieren, von der allgegenw\u00e4rtigen Wohnraumverteuerung profitieren. Die Immobilienwirtschaft vereint heute in besonderem Ma\u00dfe die Gewinnmaximierung und den Angriff auf das widerst\u00e4ndige Potential der Gesellschaft. Gentrifizierung sp\u00fclt mehr und mehr Geld in die Taschen derer, die \u00fcber Geld, Aktien, Boden und H\u00e4user verf\u00fcgen \u2013 also die sowieso schon Reichen. Gentrifizierung bedeutet aber gleichzeitig einen enormen Druck auf diejenigen, die \u00fcber relativ wenig oder gar kein Kapital verf\u00fcgen. Druck, sich an katastrophale Arbeitsbedingungen anzupassen, wie sie z.B. die Scheinselbstst\u00e4ndigkeit von Lieferant*innen und Messebauer*innen oder die roboterartigen Arbeitsprozesse in den Hallen von Amazon darstellen. Druck, um den knappen, \u00fcberteuerten Wohnraum in den St\u00e4dten zu konkurrieren. Druck, weit weg vom alten Bekanntenkreis eine neue Existenz in neuem Wohnumfeld aufzubauen, dessen Zukunft fragw\u00fcrdig ist. Dieser enorme Druck ist kein Zufall oder ein Gef\u00fchl der Betroffenen, unter Druck gesetzten, Unterdr\u00fcckten, sondern die Umsetzung des neoliberalen Plans der totalen Herrschaft des Kapitalismus \u2013 die Ausbeutung der Einen durch die Macht der Anderen und die Vereinzelung des Menschen.<\/p>\n<p>Kein Zufall also, dass der Aufsichtsratsvorsitzende vom gr\u00f6\u00dften Einzelaktion\u00e4r von Vonovia (und au\u00dferdem von der Deutsche Wohnen) der CDU-Spitzenmann Friedrich Merz ist, wie in einer Anschlagserkl\u00e4rung auf Autos von Vonovia ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Als diejenigen, die nicht vom Wohnungsmarkt profitieren, m\u00fcssen wir ganz unten anfangen, wenn wir aus unserer Rolle ausbrechen wollen. Wir m\u00fcssen ein Bewusstsein dar\u00fcber schaffen, dass unsere Kooperation, unsere Miete und unsere Nebenkosten die Grundlage f\u00fcr die Macht der Herrschenden sind. F\u00fcr Immobilienkonzerne wie Vonovia sind wir leichte Beute. Wir m\u00fcssen die J\u00e4ger zu den Gejagten machen.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, den Spie\u00df umzudrehen, sind Angriffe auf die hunderten wei\u00dfen Transporter mit der Aufschrift von Vonovia und ihrer Tochterfirmen, die in allen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten zu finden sind. Sie sind die Grundlage des professionellen Geb\u00e4udemanagements, welches notwendig erscheint, dennoch in erster Linie der Gewinnmaximierung dient. Es geht dabei nicht um wichtige Reparaturen, sondern um vermeintliche \u201eInstandhaltungsma\u00dfnahmen\u201c, die den Mieter*innen in Rechnung gestellt werden k\u00f6nnen und einen guten Teil des Gewinns von Vonovia ausmachen. Uns geht es nicht darum, die Objektbetreuer*innen anzugreifen, sondern wir schlagen vor, das Eigentum von Vonovia massenhaft zu zerst\u00f6ren, um unseren Widerstand weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Wir stellen aber auch in Frage, ob es \u00fcberhaupt notwendig ist, Hausmeister*innen in unseren Wohnh\u00e4usern zu haben. Brauchen wir wirklich Dienstleister*innen f\u00fcr jeden Bereich unseres Lebens au\u00dfer f\u00fcr Arbeiten und Schlafen? Das moderne Geb\u00e4udemanagement von Konzernen wie Vonovia verstehen wir als totale Entfremdung von unserem direkten Lebensraum. Ist die Gesellschaft so sehr mit Arbeiten und Schlafen \u00fcberlastet, dass die Menschen verlernt haben, selbst ihre Wohnung oder ihr Haus in Stand und in Ordnung zu halten? Es ist zumindest noch nicht so lange her, dass die Hausmeister*in selbst vor Ort wohnte und man sich untereinander kannte. Es gibt dar\u00fcber hinaus auch aktuelle Beispiele von gr\u00f6\u00dftenteils selbstverwalteten H\u00e4usern in Berlin, welche die M\u00f6glichkeit eines anderen Lebens unter Beweis stellen. Dies leider fast nur in Gemeinschaften von Menschen mit Kapital in Form von Geld, Teilhabe an Machtstrukturen, oder exklusivem Wissen \u00fcber Methoden der Herrschaft. W\u00e4hrenddessen reihen sich unz\u00e4hlige Menschen mit beschr\u00e4nktem Zugang zu anderen Formen der Organisierung und finanziellem R\u00fcckhalt in die gesichtslose produktive Basis des kapitalistischen Systems ein.<\/p>\n<p>Wir als Zusammenhang verschiedenster Hintergr\u00fcnde &#8211; unter anderem auch expliziten flint*-Gruppen &#8211; haben uns dazu entschlossen, Widerstand zu leisten. Wie in einer Erkl\u00e4rung zum Angriff auf den Transporter eines anderen Immobilienkonzerns erw\u00e4hnt, kann unser Widerstand nicht harmlos sein sondern muss sp\u00fcrbar zur\u00fcckschlagen und sein Potential st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Mit folgender koordinierter Aktion in der Nacht vom 1. auf den 2. September dr\u00fccken wir die allgemeine Wut auf die Gentrifizierung aus:<\/p>\n<p>-Friedrichshain: Transporter von Vonovia entglast, bespr\u00fcht und beschmutzt<\/p>\n<p>-Treptow: Transporter eingeh\u00e4mmert und eingef\u00e4rbt<\/p>\n<p>-K\u00f6llnische Heide: 2 Transporter entglast sowie Reifen zerstochen<\/p>\n<p>-Fennpfuhl: 2 Transporter entglast und Karosserie verbeult<\/p>\n<p>-Hohensch\u00f6nhausen: Transporter entglast und Karosserie verbeult<\/p>\n<p>-Wedding: Transporter entglast und Reifen zerstochen<\/p>\n<p>Wir handeln in informeller Koordination mit Gruppen im gesamten europ\u00e4ischen Raum, insbesondere jenen in verschiedenen deutschen St\u00e4dten, die auch militante Angriffe auf Vonovia ausf\u00fchren. Dies betrifft Berlin, Bremen, Dresden, Frankfurt a.M., Hannover, K\u00f6ln, Leipzig, N\u00fcrnberg, Stuttgart, Wuppertal.<\/p>\n<p>Informelle Koordination bedeutet: wir m\u00fcssen uns nicht pers\u00f6nlich kennen oder treffen, da wir \u00fcber unabh\u00e4ngige Medien offen und f\u00fcr alle Welt nachvollziehbar kommunizieren. Die Nutzung und Absicherung dieser Medien ist insbesondere deshalb notwendig, da die privaten und staatlichen Organe von Twitter bis ARD die Verbreitung von Nachrichten kontrollieren und systemgef\u00e4hrdende Inhalte und Aktionen bis zur Unkenntlichkeit filtern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem reagieren wir mit unserer Aktion auf die Aufrufe von offen k\u00e4mpfenden Strukturen. Wir solidarisieren uns ausdr\u00fccklich mit der selbstverwalteten, anarcha-queer-feministischen Liebig34 sowie dem besetzen Wagenplatz DieselA an der Rummelsburger Bucht.<\/p>\n<p>Wir wollen au\u00dferdem die Gelegenheit nutzen, zu den Tu Mal Wat! Tagen in Berlin aufzurufen.<\/p>\n<p>Bereit, auch die Hand zu bei\u00dfen, die uns f\u00fcttert:<\/p>\n<p>Autonome Gruppen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/37049\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 2. 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