{"id":10167,"date":"2019-05-17T00:00:44","date_gmt":"2019-05-16T22:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=10167"},"modified":"2019-05-17T00:00:44","modified_gmt":"2019-05-16T22:00:44","slug":"auto-von-koetter-security-abgefackelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=10167","title":{"rendered":"Auto von K\u00f6tter-Security abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/05\/koet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-10168\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/05\/koet-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Berlin<\/strong>, 17. Mai 2019<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHier, im Feuer der direkten Aktion, wurde das Bewusstsein geboren, dass wir gegen sie gewinnen k\u00f6nnen. Im Fluss der Ereignisse jener Zeit entstand der Gedanke, dass die Aktion Bewusstsein schafft \u2013 ein Gedanke, der sp\u00e4ter bei bewaffneten Aktionen meine Leitlinie war.\u201c Koufontinas<\/p>\n<p>Geografisch gesehen magst du ein paar hundert Kilometer entfernt sein und politisch liegen hinsichtlich der Organisierung und Theorie sicherlich auch einige Differenzen zwischen uns, aber das stellen wir hinten an. Geschichte wurde durch euch geschrieben und wir wollen dies nicht leugnen. Euer Kampf und euer Wille, eure Taten und eure Erkl\u00e4rungen m\u00f6gen kaum im derzeitigen deutschsprachigen Raum beachtet werden.<!--more--> Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Feuer der Solidarit\u00e4t kaum \u00fcber den griechischsprachigen Raum hinaus ausgebrochen sind. Dies wollen wir hiermit \u00e4ndern und die K\u00e4mpfe, die seit jeher gef\u00fchrt werden, in eine Verbindung stellen.<\/p>\n<p>Du befindest dich gerade im Hungerstreik, in einer kritischen Situation auf der Intensivstation. Wir wissen und hoffen nicht, dass dies das Ende eines revolution\u00e4ren Abschnittes in deinem Leben bedeutet. Wir k\u00f6nnen auch nicht die Auswirkungen auf die anderen unbeugsamen K\u00e4mpfenden unserer Epoche absch\u00e4tzen. Was wir dir aber mitteilen k\u00f6nnen ist, dass wir niemanden vergessen, egal wie weit die Folgen unseres Kampfes gehen werden. Tatenlosigkeit w\u00e4re hierbei ein fatales Zeichen und das Ende jeder fortschrittlichen Organisierung durch Praxis und Theorie.<\/p>\n<p>Die Entschlossenheit mit der der 17. November zwanzig Jahre auf den Stra\u00dfen vor allem Athens unterwegs war, ist f\u00fcr uns heute Inspiration: Bullen, staatliche Institutionen und milit\u00e4rische Infrastruktur anzugreifen. Wir stehen mit unseren Theorien und Analysen der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse hier in der BRD weit zur\u00fcck, wenn wir uns die Erkl\u00e4rungen der Bewegung von damals in Griechenland vor Augen f\u00fchren. Aber wir glauben, einige Aspekte eurer vorgelebten Konsequenz nachvollziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Bewegung 17. November ist aus der Zeit der sogenannten Metapolitefsi hervor gegangen, den ersten Jahren nach der Milit\u00e4rdiktatur in den 70ern. Die Beschreibungen jener Zeit lassen sich entfernt mit den 70er und 80er Jahren hier in der BRD vergleichen, aber bei weitem nicht die Konsequenzen und angewandten Mittel.Der 17. November aber auch weitere bewaffnete K\u00e4mpfer*innen beschreiben diese Jahre in Griechenland als Zeit des Aufbruchs und der permanenten Aktivit\u00e4t. Kaum ein Tag ohne Demos und Randale, voller Plena und Zusammenk\u00fcnfte. Eine Phase der Politisierung f\u00fcr hunderte Jugendlicher, so auch f\u00fcr Dimitris.<\/p>\n<p>Das Agieren auf offener Stra\u00dfe schrumpfte jedoch \u00fcber die Jahre immer weiter zusammen. Die Jahre der Metapolitefsi zogen auch massenweise Repression und Zersetzungsarbeit nach sich. Es kam zu Spaltungen der Bewegung, theoretischen Unvertr\u00e4glichkeiten und f\u00fcr die Aktiven des sich gr\u00fcndenden 17. November kam es zu der Notwendigkeit abzutauchen und aus dem Untergrund heraus zu agieren. Es gr\u00fcndeten sich viele weitere klandestin handelnde Gruppierungen. Athen war voller illegaler Wohnungen, Autos und Waffen, aber auch voller Geheimagent*innen und Polizeioperationen. Es folgten f\u00fcr den 17. November zwei Jahrzehnte andauernder Anschl\u00e4ge aus dem Untergrund heraus. Die Gruppen dieser Zeit verschrieben sich der Rache an der Junta und an jenen, die im und nach dem zweiten Weltkrieg die Bev\u00f6lkerung folterten und unterdr\u00fcckten. Damit versuchte die Bewegung die Meinungen und auch Erwartungen des Volkes zu erfassen. Die Pamphlete der Gruppe wurden offen auf der Stra\u00dfe diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der griechischen Bev\u00f6lkerung entwickelte eine Haltung zu den Zielen und Analysen des 17. November. Es gab eine breite Akzeptanz, offenkundige Freude sowie klammheimliche Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Wahl der Ziele war breit gef\u00e4chert. So gab es gezielte Exekutionen von Folterern, Geheimdienstlern und Staatsanw\u00e4lten, Bombenangriffe auf Botschaften, MAT Busse, Autos hoher Politiker oder Konzernchefs und Firmengeb\u00e4ude. Es l\u00e4sst sich an dieser Stelle wohl kaum zusammenfassen, welche Analysen und Konsequenzen der 17. November formulierte und verfolgte. Bis heute gibt es viele Bez\u00fcge der griechischen Bewegung auf K\u00e4mpfende dieser Zeit, die von den Bullen exekutiert wurden oder die noch heute von Repression betroffen sind. F\u00fcr aktive Solidarit\u00e4t und Verbundenheit finden wir es wichtig, sich mit den Namen und bewaffneten Bewegungen auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Was uns tief beeindruckt, ist deine Entscheidung, Dimitris, nach all den Jahren der Angriffe nicht vor der Repression zu fliehen, sondern die politische Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr dich selbst, die Ziele der Organisation und eure Aktionen.<\/p>\n<p>Wir senden dir Kraft und Wut auf den weiteren Etappen!<\/p>\n<p>Ganz im Zeichen unserer flammenden Solidarit\u00e4t mit all den Unbeugsamen, ob auf der Stra\u00dfe oder im Knast, setzten wir in der Nacht vom 17. Mai ein Auto der Firma K\u00f6tter Security in Brand. Es ist kein Zufall und auch nicht unserer Wahllosigkeit geschuldet, warum wir dieses Unternehmen angreifen. K\u00f6tter Security ist ein privatwirtschaftliches Sicherheitsunternehmen, welches zu den gr\u00f6\u00dften Akteuren der Branche in der BRD geh\u00f6rt. K\u00f6tter Security f\u00fchrt im Auftrag von und in Kooperation mit den Herrschenden Krieg gegen die Menschlichkeit und Freiheit.<\/p>\n<p>Nebst Sicherheitsdienst und Installation von \u00dcberwachungstechnik ist seit 1993 eines ihrer Standbeine die personelle Unterst\u00fctzung in Kn\u00e4sten. Sie bieten ihre Dienste zur Kontrolle aller Bereiche des Knastalltags an: sie f\u00fchren Zugangskontrollen und Gefangenentransporte durch, kochen den Anstalts-Fra\u00df, verwalten die Eink\u00e4ufe und Telefone zu unbezahlbaren Preisen und zwingen die Gefangenen zur Arbeit. Sie sehen sich sogar als Experten f\u00fcr die Freizeitgestaltung sowie die medizinische und psychologische Versorgung der Eingeschlossenen.<\/p>\n<p>Sie r\u00fchmen sich au\u00dferdem damit 2009 den ersten privatwirtschaftlichen Knast der BRD in Kooperation mit der Firma Bilfinger realisiert zu haben &#8211; \u201evon der Planung \u00fcber den Bau [&#8230;] bis hin zum Betrieb der Anstalt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDer Krieg, der diesem gesellschaftlichen Widerspruch entspringt, wird schon lange gef\u00fchrt. Manchmal ist er sichtbar, manchmal unsichtbar, zuweilen tr\u00e4gt er die Maske des Rechtsstaates, dann wieder zeigt er ein wahres Gesicht. Diesen Krieg wird es geben, solange die Klassen existieren. Wenn die Menschheit endlich aus ihrer barbarischen Vorgeschichte heraustritt \u2013 Krieg, Verelendung, Analphabetismus, Auspl\u00fcnderung -, wenn die Menschheit \u00fcbergeht in das Reich der Freiheit, Gleichheit und ungehinderten Entwicklung des Menschen, wenn der Mensch seine Menschlichkeit wiedererlangt, erst dann wird das Leben seinen wirklichen Wert bekommen.\u201c Koufontinas<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr alle!<br \/>\nSolidarit\u00e4t mit den 7000 K\u00e4mpfenden im Hungerstreik!<\/p>\n<p>Koukoulofori<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Indymedia<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Am Morgen stand in der Neumannstra\u00dfe in Pankow ein Kleintransporter eines Sicherheitsunternehmens in Flammen. Die Feuerwehr l\u00f6schte den Kleintransporter und zwei daneben parkende Fahrzeuge. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden in unbekannter H\u00f6he. Nach ersten Angaben muss von Brandstiftung ausgegangen werden. Insgesamt wurden in dieser Nacht schon sieben Fahrzeuge durch Feuer stark besch\u00e4digt.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/liveticker\/kleintransporter-geht-in-flammen-auf\">BZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 17. Mai 2019 \u201eHier, im Feuer der direkten Aktion, wurde das Bewusstsein geboren, dass wir gegen sie gewinnen k\u00f6nnen. 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